Interessante Gesprächspartner: Volker Andres, der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ, und Ansgar Pieroth, BDKJ-Experte für Entwicklungspolitik, wollen das Plädoyer junger Menschen für globale Gerechtigkeit, gegen ungleiche Machtverhältnisse und besonders für fairen Handel stärker in die politische Debatte einbringen.
Wichtig zu wissen: Der 1947 gegründete Verband – ein Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern, darunter die Kolpingjugend, die Pfadfinderschaft St. Georg und die Katholische Landjugend – ist schon seit 55 Jahren auch entwicklungspolitisch aktiv und hat u.a. Fairtrade Deutschland und das Fair-Handelsunternehmen GEPA mitgegründet!
Im Januar wird sich der BDKJ mit der Aktion Dreikönigssingen 2026 speziell gegen Kinderarbeit einsetzen, unter dem Motto: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Beispielland ist dabei Bangladesch.

Herzlichen Dank für das Gespräch an den BDKJ-Bundesvorsitzenden Volker Andres (rechts) und an Ansgar Pieroth, BDKJ-Experte für Entwicklungspolitik! Wir bleiben in Kontakt!
Lieferkettengesetz – gut oder schlecht?
Die beiden Verbandsvertreter haben in unserem Gespräch außerdem noch einmal für ein starkes europäisches Lieferkettengesetz geworben, damit Kinderarbeit und die Verletzung von Umwelt- und Menschenrechtsstandards entlang der Lieferketten besser bekämpft werden können.
Das Gesetz ist und bleibt in Politik und Wirtschaft jedoch stark umstritten. Es wurde deshalb kürzlich abgeschwächt und muss erst bis Juli 2028 umgesetzt werden. Das deutsche Lieferkettengesetz wird aktuell nur noch eingeschränkt umgesetzt.
Einig waren wir uns, dass zu viel Bürokratie, unklare Anforderungen und ein deutscher Alleingang bei einem solchen Gesetz keine gute Lösung ist. Eine aktuelle Studie von Misereor, Brot für die Welt und ECCHR European Center for Constitutional and Human Rights zeigt auf, dass das deutsche Lieferkettengesetz in den letzten beiden Jahren zwar schon einige Missstände aufgedeckt hat, dass aber starke Defizite und Reformbedarf nicht nur bei der Umsetzung bestehen.
Ohne starke NGOs keine funktionierende Gesellschaft
Einig waren wir uns auch, dass NGOs in Deutschland nicht weiter diskreditiert werden dürfen, wie es in letzter Zeit leider allzu oft geschehen ist.
Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist eine NGO, auch das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwilligen Feuerwehren sind NGOs. Ohne NGOs wie diese, und davon gibt es zum Glück viele, könnte unsere Gesellschaft gar nicht funktionieren. Der Staat kann nicht alles alleine richten.
Umso wichtiger bleibt aber eine ausreichende staatliche Finanzierung z.B. von Projekten zur Förderung des fairen Handels oder humanitärer Hilfe, denn auch die Zivilgesellschaft und die nach wir vor hohen Spendeneinnahmen können nicht alles alleine richten.
Faire Schokolade hilft:
Übrigens: Auch schon der Kauf einer Tafel fairer Schokolade kann helfen, die Arbeitsbedingungen der Menschen auf den Kakaoplantagen wesentlich zu verbessern und damit zur weltweiten Gerechtigkeit beitragen. Wie genau, das erfahren Sie hier.