Gespräche zur Lage der Christen und der Religionsfreiheit weltweit mit „Kirche in Not“ und Open Doors“ im Wahlkreis!

Noch immer sind Christen die am meisten verfolgte Religionsgruppe weltweit.

Zwei kompetente Organisationen in meinem Wahlkreis wissen bestens darüber Bescheid. Da ich im Menschenrechtsausschuss Berichterstatter für das Thema Religionsfreiheit bin, habe ich den Austausch mit ihnen gesucht, um mich näher über ihre Arbeit zu informieren.

Besuch bei „Kirche in Not“ in Königstein

Die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ hat ihre internationale Zentrale „Aid to the Church in Need ACN“ in Königstein und wurde 1947 gegründet, um Kriegsflüchtlingen zu helfen, damals noch unter dem Namen „Ostpriesterhilfe“.

„Kirche in Not International“ unterstützt jedes Jahr rund 6000 Hilfsprojekte für verfolgte, bedrängte und notleidende Christen, außerdem die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten und den Wiederaufbau von zerstörten Kirchenin in 150 Ländern, nur dank privater Spenden. In Königstein werden die Hilfsanträge aus aller Welt geprüft.

Religionsfreiheit als Gradmesser

Mit der Geschäftsführenden Präsidentin Regina Lynch habe ich über die Herausforderungen angesichts der zunehmenden Einschränkung der Religionsfreiheit in autoritären Staaten und in Krisenregionen diskutiert, die „Kirche in Not“ seit 25 Jahren in ihrem jährlichen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ dokumentiert. Die Berichte beziehen nicht nur Christen, sondern Menschen aller Glaubensrichtungen ein, deren Recht auf Religionsfreiheit missbraucht, verletzt oder eingeschränkt wird.

 

Gemeinsam mit Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von „Kirche in Not International“

Der Bericht 2025 kommt u.a. zu dem Ergebnis (Auszüge):

  • Annähernd zwei Drittel der Weltbevölkerung – mehr als 5,4 Milliarden Menschen – leben in Ländern, in denen schwerwiegende Verletzungen der Religionsfreiheit stattfinden.
  • Insgesamt mehr als 4,1 Milliarden Menschen sind in Ländern wie China, Indien, Nigeria und Nordkorea von schwerwiegenden und systematischen Verstößen gegen die Religionsfreiheit, Festnahmen und Unterdrückung betroffen.
  • In 15 Ländern ist religiöser Extremismus eine der Hauptursachen für Verfolgung. Vom Sahel bis nach Pakistan breiten sich dschihadistische Gruppen in Form von dezentralen Netzwerken aus. Sie nehmen Christen und Muslime ins Visier, die die extremistische Ideologie ablehnen.
  • Zunehmend werden auch KI und digitale Instrumente genutzt, um Glaubensgemeinschaften zu unterdrücken.

Gespräch mit „Open Doors“ in Kelkheim

Auch das 1955 gegründete internationale christliche Hilfswerk „Open Doors“ mit Deutschlandzentrale in Kelkheim, das sich in über 70 Ländern für verfolge und diskriminierte Christen einsetzt und Bildungsprojekte unterstützt, gibt jährlich einen Bericht zur Religionsfreiheit in 50 Ländern heraus.

Weltverfolgungsindex 2026 besorgniserregend

Der sogenannte Weltverfolgungsindex befasst sich allerdings im Gegensatz zum Bericht von „Kirche in Not“ allerdings ausschließlich mit der Verfolgung von Christen.

Mit Dr. Daniel Ottenberg, Referent für Religionsfreiheit von Open Doors, habe ich über die Ergebnisse des neuen Weltverfolgungsindex 2026 diskutiert. Wir sind beide besorgt darüber, dass der Bericht die Christenverfolgung mit rund 388 Millionen verfolgten Christen weltweit auf einem neuen Höchststand sieht.

Unter den 50 Ländern, in denen Christen im letzten Jahr am meisten verfolgt werden, stehen Nordkorea, Somalia, Jemen, Sudan, Eritrea und wegen der tödlichen Angriffe in Suweida zuletzt auch Syrien an der Spitze.

Herzlichen Dank!

Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beiden Hilfswerke dafür, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um auf die Verfolgungen aufmerksam zu machen und die Folgen für die wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen weltweit zu lindern.

Politische Unterstützung gefragt

Sie brauchen dazu aber auch politische Unterstützung. Deshalb bin ich froh, dass es uns gelungen ist, das Amt des Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit zu Beginn dieser Legislaturperiode beim Auswärtigen Amt anzudocken. Mit dem Beauftragten Thomas Rachel stehe ich in engem Kontakt.

Auch im Menschenrechtausschuss befassen wir uns regelmäßig mit dem Thema, zuletzt im Dezember 2025 und vor allem in einer Anhörung zum 3. Bericht der Bundesregierung zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit im April 2024.

Denn Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht – und sie ist damit auch wichtiger Gradmesser für Freiheit und Demokratie in einer Gesellschaft.