Ahmadiyya im Einsatz für interreligiösen Dialog:
Schon im Wahlkreis habe ich immer wieder gerne mit Vertretern der Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat diskutiert. Mit dem Islam-Theologen Imam Scharjil Khalid habe ich mich diese Woche deshalb gerne auch zur Arbeit der Ahmadiyya im politischen Berlin ausgetauscht.
So sind die Ahmadiyya besonders in der Islamismusbekämpfung aktiv. Deshalb ist es Imam Scharjil Khalid ein besonderes Anliegen, dass die Islamkonferenz trotz aller Kritik als wichtige Austauschplattform weitergeführt wird, und dass an dem neuen Beraterkreis der Bundesregierung zu Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung mehr Muslime beteiligt werden.
Wichtig ist ihm, den Islam in Deutschland mit all seinen verschiedenen Gruppierungen und Richtungen differenziert zu betrachten und vor allem: den Islam nicht mit Islamismus gleichzusetzen, wie es leider allzu oft geschieht, und was leider zu wachsender Islamfeindlichkeit führt, wie die CLAIM-Allianz dokumentiert hat.
Wie wichtig besonders der Einsatz der Ahmadiyya-Gemeinden in Deutschland für den Dialog zwischen Religionen und Kulturen und für ein solidarisches Miteinander ist, hat jetzt auch die Auszeichnung des Ahmadiyya Muslim Peace Cycling Club Köln für das Projekt „Die blauen Engel des Friedens“ mit dem Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2025 gezeigt – wie mir Imam Scharjil Khalid stolz berichtet hat.

Im Gespräch mit Imam Scharjil Khalid
Evangelische Allianz: Den Glauben dort leben, wo Kirche noch nicht oder nicht mehr präsent ist:
Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk evangelikaler Christen aus unterschiedlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen, das sich für die Einheit aller Christen und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung einsetzt.
Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich diese Woche Dr. Johann Matthies, den neuen politischen Beauftragten der EAD kennengelernt habe. Sein Vorgänger war übrigens Frank Heinrich, mein ehemaliger Bundestagskollege in der AG Menschenrechte.
Dr. Matthies ist Mennonit, CDU-Mitglied, Osteuropa-Experte, war früher Missionar. Ein Mann mit vielen Erfahrungen und Kompetenzen. Eine Stimme für die, die keine Stimme haben. Ein Diplomat zwischen Politik und Kirche. Jemand, der sich dafür einsetzt, den christlichen Glauben dort zu leben und zu bezeugen, wo Kirche noch nicht oder inzwischen nicht mehr präsent ist.
Herzlichen Dank für den guten Austausch zu einer breiten Themenpalette, von der politischen Rolle der Religion bis zur Wehrpflicht!

Im Gespräch mit Dr. Johann Matthies, politischer Beauftragter der EAD
Panel-Diskussion zur Frage: Wieviel Religion verträgt der säkulare Staat?
Nachdem ich mich bereits letzte Woche mit Dorothea Kirmeß, Referentin für Kirchen und Religionsgemeinschaften der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., über das C in der Politik ausgetauscht hatte, habe ich diesen Donnerstag am von ihr moderierten KAS-Panel zur Frage „Wieviel Religion verträgt der säkulare Staat?“ teilgenommen. Das Panel fand im Rahmen der KAS-Veranstaltung zum Politischen Nikolaus „Friede und Streit – Verständigung in der Demokratie“ statt.
Gemeinsam mit Prälatin Dr. Anne Gidion, Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland, und Prälat Dr. Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der Deutschen Bischöfe, habe ich darüber diskutiert, welches die zentralen Themen sind, zu denen die Kirchen Stellung beziehen sollten und wo die beiden Kirchen besonders wirken können.
Das Evangelium als Anker auch für die Politik?
Kirche wie Politik setzen sich im Idealfall beide für ein gutes, gerechtes und nachhaltiges Leben der Menschen ein.
Soll das Evangelium dabei auch für die Politik als Anker dienen, Hoffnung geben, Richtschnur, Kompass sein, um Antworten auf konkrete Zeitfragen zu finden, zum Beispiel in der Rentenpolitik?
Meine These dazu:
Religion als Richtschnur für die Politik der Union im übergeordneten Sinn JA, denn das christliche Menschenbild und das Ziel der Gerechtigkeit soll fest verankert in der DNA unserer Partei bleiben – aber eher nicht in der Tagespolitik.
Wir müssen als Union zudem überzeugende Angebote für die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger machen, die nicht oder nicht mehr in der christlichen Religion verwurzelt sind. Auch die beiden Kirchen in Deutschland müssen deshalb über ihre gesellschaftliche Rolle in der Zukunft nachdenken.
Keine einfache Aufgabe – aber mein Glaube gibt mir die Zuversicht, dass es uns gelingen wird!
Viele Fragen, bei denen wir noch mehr in die Tiefe gehen müssen. Ich freue mich auf weitere Diskussionen dazu!

Gemeinsam mit meinen Diskussionspartnerinnen und -partner auf dem KAS-Panel