
Gemeinsam mit Konstantin Feldbusch im CDUCSU-Fraktionssaal, Markenzeichen dort: Das Kreuz
Schade, dass das Praktikum von Konstantin Feldbausch aus Frankfurt in meinem Bundestagsbüro schon zu Ende ist. Ich habe sehr gerne mit ihm zusammengearbeitet und wünsche ihm von Herzen alles Gute für sein Studium an der University of Oxford. Hier ist sein Abschlussbericht – sehr lesenswert!
Spannend, komplex, global, humanitär, vielfältig: Fünf Dinge, die ich bei meinem Praktikum im Bundestag gelernt habe:
Eine spannende Zeit geht zu Ende: Ich hatte das große Glück, 2,5 Wochen lang ein Praktikum im Bundestagsbüro von Herrn Altenkamp absolvieren zu dürfen. Diese Zeit war für mich überwältigend, voller neuer Eindrücke, vielfältiger Aufgaben und wertvoller Erfahrungen.
Besonders dankbar bin ich dafür, dass mich Herr Altenkamp, wann immer es möglich war, zu seinen Terminen und Verpflichtungen mitgenommen hat. Ob fraktionsinterne Arbeitsgruppensitzungen, Ausschusssitzungen, Frühmessen oder Abendveranstaltungen – ich durfte hautnah miterleben, wie vielfältig und dynamisch der politische Alltag ist und dabei viele spannende Persönlichkeiten kennenlernen.

Zum Beispiel die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.

Oder den ZDF-heute-show-Reporter Lutz van der Horst.
Ein zentrales Learning meines Praktikums war das Verständnis für die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse. Der Gesetzgebungsprozess gleicht einem Marathon: Unterschiedlichste Perspektiven werden einbezogen, Interessensgruppen angehört und zahlreiche Abwägungen getroffen, bevor überhaupt ein erster Entwurf entsteht. Das wurde mir sowohl bei konkreten Themen wie der anstehenden Führerscheinreform durch Verkehrsminister Patrick Schnieder – zu der ich Herrn Altenkamp briefen durfte – als auch bei großen Zukunftsfragen, wie etwa die Energiewende und die Transformation der Automobil- und Chemieindustrie, deutlich.
Dabei wurde mir deutlich, dass vermeintlich einfache, populistische Lösungen den komplexen Herausforderungen unserer Zeit selten gerecht werden. Nachhaltige Politik erfordert es, Probleme multiperspektivisch zu betrachten und unterschiedliche Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Besonders deutlich wird das in der Wirtschafts- und Energiepolitik: Hier geht es nicht nur um Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stabilität, sondern zugleich um geopolitische Fragen wie Abhängigkeiten und Versorgungssicherheit – und um den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
Wie vielschichtig politische Entscheidungen sind, wurde mir besonders bei einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Brot für die Welt sowie indigenen Stimmen aus Peru bewusst. Sie schilderten eindrücklich, wie der CO₂-Zertifikatehandel dazu beitragen kann, indigene Gemeinschaften aus ihren angestammten Gebieten im Amazonasgebiet zu verdrängen und gleichzeitig sensible Ökosysteme zu gefährden.
Diese Einblicke haben grundlegende Fragen zur Ausgestaltung der Entwicklungszusammenarbeit aufgeworfen. Es wurde deutlich, dass finanzielle Mittel, die über staatliche Institutionen verteilt werden, nicht immer bei den Menschen ankommen, die sie am dringendsten benötigen. Insbesondere indigene Gemeinschaften profitieren davon häufig nur unzureichend, obwohl sie ihre Lebensräume laut der UNESCO, FAO und BMU besonders nachhaltig bewirtschaften.
Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, bestehende Förderansätze weiterzuentwickeln: Ein möglicher Weg wäre, lokale Nichtregierungsorganisationen gezielter und direkter zu unterstützen; idealerweise in Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern vor Ort, etwa kirchlichen Hilfswerken wie Brot für die Welt oder Misereor, die über langjährige Erfahrung und gewachsene Netzwerke in den Regionen verfügen.
Die Arbeit im Büro von Herrn Altenkamp im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe hat mir gezeigt, wie eng Innen- und Außenpolitik miteinander verknüpft sind. Themen wie Entwicklungszusammenarbeit, Gerechtigkeit und internationale Verantwortung greifen hier unmittelbar ineinander.
Ein besonderes Augenmerk lag während meines Praktikums auf der Reform der humanitären Hilfe und der internationalen Zusammenarbeit. Auch die Rolle des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge UNRWA wurde intensiv diskutiert. Dabei wurde deutlich, welche enorme Bedeutung diese Organisation für die Lebensbedingungen und die Würde von Millionen Menschen in der Region hat – nicht nur im Gazastreifen und im Westjordanland, sondern auch in Jordanien, dem Libanon und Syrien.
Ich war beeindruckt, welche Maßnahmen und Reformen UNWRA ergreift, um sicherzustellen, dass bereitgestellte Mittel transparent eingesetzt werden und nicht in falsche Hände geraten.
Dieser Balanceakt zwischen israelischen Sicherheitsinteressen und der Arbeit der UNWRA wurde besonders in Gesprächen mit dem Nahost Friedensforum NAFFO e.V. und UNWRA mit unterschiedlichen Akteuren sichtbar, die teils sehr verschiedene Perspektiven auf die Situation im Nahen Osten vertreten.
Während meines Praktikums durfte ich das Team von Herrn Altenkamp aktiv unterstützen, insbesondere die wissenschaftliche Mitarbeiterin Gudrun Zeitz und die persönliche Assistentin Manuela Haffke.
Mein Aufgabenbereich war dabei sehr abwechslungsreich: Ich habe Wahlergebnisse ausgewertet, Recherchen durchgeführt, Briefings und Vorbereitungsmaterialien erstellt sowie in der Öffentlichkeitsarbeit mitgewirkt.
Ich bin sehr dankbar für diese intensive und lehrreiche Zeit. Die enge Einbindung in die tägliche Arbeit und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, haben mein Praktikum zu einer ganz besonderen Erfahrung gemacht, die mich nachhaltig prägen wird.

Mein herzlicher Dank gilt Herrn Altenkamp und dem gesamten Team für diese Möglichkeit und die vielen wertvollen Einblicke in die politische Arbeit.