Briefing von help e.V. zum Ebola-Ausbruch in DR Kongo: Was hilft bei Eindämmung und Prävention?

In der Demokratischen Republik Kongo DRK, einem der ärmsten Länder der Welt, breitet sich aktuell die Bundibugyo Variante des tödlichen Ebola-Virus aus, für die es noch keine zugelassene Impfung gibt – mit schwerwiegenden humanitären Folgen für die Region und für Nachbarländer wie Uganda.


Die Hilfsorganisation Help – Hilfe zur Selbsthilfe hat uns auch dieses Mal in bewährter Manier bei einem Parlamentarischen Frühstück unter meiner Schirmherrschaft über die aktuelle Lage informiert.

Prof. Dr. med. Jürgen May Links), Vorstandsvorsitzender des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin BNITM berichtet über die Lage in der DRK, daneben Lukas Zechner und Bianca Kaltschmitt/Stv. Generalsekretärin vpon help e.V.

Bis zum 31. Mai gab es 321 Ebola-Fälle. Inzwischen ist die Fallzahl auf über 700 Infizierte und fast 150 Todesfälle, vor allem in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu – Tendenz weiter steigend.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits am 17. Mai 2026 eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen, die letzte Stufe vor einer Pandemie. Für den gesamten afrikanischen Kontinent gilt der Gesundheitsnotstand.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist bereits der 17. Ebola-Ausbruch in der DRK seit 1976.

Er zeigt ganz klar, wie in einem Land, das zudem seit Jahrzehnten von zahlreichen Krisen und Kriegen gebeutelt ist, wie dicht gedrängte Lebensverhältnisse in den wenigen halbwegs sicheren Städten und Flüchtlingslagern sowie mangelndes Vertrauen in ein ohnehin sehr schlechtes Gesundheitssystem zu einer erhöhten Anfälligkeit für Epidemien beiträgt. Gerade die Provinzen Ituri und Nord-Kivu, die am stärksten vom jüngsten Ausbruch betroffen sind, liegen gleichzeitig inmitten des Kriegsgebiets zwischen Regierungsarmee, UN-Soldaten und verschiedenen bewaffneten Gruppen, darunter M23.

Erschwert wird die Lage durch die kriegsbedingte Vertreibung von mehr als 100.000 Menschen in den vergangenen Wochen, aber auch durch tief in der Gesellschaft verankerte Rituale, wie Beerdigungsrituale, die auch für Ebola-Opfer abgehalten werden, was Ansteckungen befördert.

Da die Verhinderung von Pandemien in unser aller Interesse ist, haben wir speziell darüber diskutiert, welchen Beitrag die deutsche humanitäre Hilfe zur akuten Krisenbewältigung, zur Stärkung der lokalen Gesundheitsversorgung und zur Vermeidung zukünftiger Epidemien leisten kann – und sollte.

Aktuell wird mit Hochdruck an einem Impfstoff gearbeitet, einschließlich neuer Technologien wie mRNA. Das wird auch von Deutschland im Rahmen des internationalen Impfallianz CEPI unterstützt. Deutschland hilft auch im Rahmen des internationalen Nothilfefonds CERF und des globalen Pandemieabkommens. Prävention ist essentiell.

Hilfe muss nachhaltig sein

Es stellt sich auch die Frage, ob die Kürzung von Mitteln für Entwicklungshilfe und Humanitäre Hilfe den Ausbruch von Seuchen wie Ebola begünstigt. Denn der Fall DRK zeigt: Die Unterstützung des Ausbaus des Gesundheitssystems in der DRK hat nach jedem Ende eines Ebola-Ausbruchs nachgelassen – auch das hat dazu beigetragen, dass es bis heute kein funktionierendes Gesundheitssystem in der DRK gibt, das solchen Epidemien gewachsen ist.

Die Lehre daraus: Hilfe muss nachhaltig sein.

Herzlichen Dank an Prof. Dr. med. Jürgen May, Vorstandsvorsitzender des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und an die Vertreterinnen von help.V. und des Auswärtigen Amtes für ihre Berichte.