Appell von Welthungerhilfe, Plan International, Unicef: Vorausschauende Humanitäre Hilfe besonders effizient – Kinder in Krisengebieten nicht im Stich lassen!

In unserer Menschenrechts-AG hatten wir diese Woche Matthias Amling zu Gast, den Vizechef des humanitären Direktorats der Welthungerhilfe.

Unser Thema: Die aktuellen Herausforderungen des Systems der Humanitären Hilfe und der Stand des Reformprozesses.

Nach wie vor gilt: Sinkende humanitäre Mittel treffen auf einen weltweit steigenden humanitären Bedarf. Um den Menschen in Not weiter so gut wie möglich helfen zu können, müssen wir die knappen Mittel effizienter einsetzen.

Einer der wichtigsten Ansatzpunkte:

Die vorausschauende humanitäre Hilfe ist besonders effizient. Sie ist besonders gut anwendbar im Kontext von Wetter- und Klimakatastrophen wie Überflutungen oder Dürreperioden, die in der Regel gut vorhersagbar sind, und bei denen man den vorausschauend durch Evakuierungsmaßnahmen von Menschen und Tieren oder durch die Anlage von Notvorräten helfen kann – und das zu einem Bruchteil der Kosten von akuten Nothilfen, wenn man abwartet, bis die Katastrophen tatsächlich eingetreten sind. Das wirkt gerade auch Hungerkatstrophen entgegen.

Vorausschauende humanitäre Hilfe ausbauen

Der Ansatz des vorhersagebasierten Handelns in der humanitären Hilfe ist deshalb zusammen mit Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung und einer gründlichen Katastrophenvorsorge- und Nothilfeplanung ein wichtiges Instrument, um Auswirkungen von Krisen, Katastrophen und daraus resultierenden Konflikten abzumildern und die lokale Bevölkerung vor Notsituationen zu schützen.

Zur Vorbeugung von Krisen müssen und werden wir deshalb die Frühwarnsysteme stärken und die Finanzierung der Krisenprävention sicherstellen.

Deutschland ist international bereits Vorreiter in der vorausschauenden humanitären Hilfe und hat sich verpflichtet, 5% der humanitären Mittel dafür bereitzustellen. International betragen diese Mittel aktuell erst 1-2%. Der Bedarf liegt allerdings bei mindestens 20% weltweit. Es ist also noch ein weiter Weg, der vor uns liegt.

Die Welthungerhilfe hat bereits früh Weitblick bewiesen, denn sie ist die erste deutsche Nichtregierungsorganisation, die sich im Bereich Anticipatory Humanitarian Action bzw. vorausschauende humanitäre Hilfe engagiert.

Herzlichen Dank dafür!

Matthias Amling von der Welthungerhilfe berichtet in unserer AG Menschenrechte über  den Bedarf an vorausschauender humanitärer Hilfe

 

Kinder in Krisengebieten nicht im Stich lassen!

Genauso wichtig wie die vorausschauende humanitäre Hilfe ist die flexible Bereitstellung der Mittel und die stärkere Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren. Das spart Geld und sichert den Zugang zu Hilfe in Krisengebieten.

Das ist besonders wichtig, gerade um den zahlreichen Kindern und Jugendlichen zu helfen, die unter den zunehmenden Krisen besonders leiden. Sie habe immer weniger Zugang zu Bildung und keine Zukunftsperspektiven. Und jedes Jahr sterben 5 Millionen Kinder an Hunger und Mangelernährung.

Appelle von UNICEF und Plan International

Wir dürfen diese Kinder nicht im Stich lassen.

Daran haben Ted Chaiban, St. Exekutivdirektor der UNICEF am Mittwoch im Menschenrechtsausschuss und meine beiden Gesprächspartnerinnen der Kinderhilfsorganisation Plan International am Donnerstag dringend appelliert.


Gespräch mit Ted Chaiban, St. Exekutivdirektor der UNICEF im Menschenrechtsausschuss

Mädchen besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind Mädchen und junge Frauen, die in Krisen oft grundsätzlich andere Bedarfe haben als andere Betroffene. Vor allem wichtig ist hier die Sicherheit von sexuellen Übergriffen.

In Kürze werden Studien veröffentlicht, die neue Daten zur Lage und zu den Bedarfen von Mädchen in Krisenlagen liefern und helfen sollen, die Hilfe zielgerichteter und damit auch effizienter zu leisten.

Darauf bin ich gespannt!

Herzlichen an Plan International für den weltweiten Einsatz für Kinder in Not!

Im Gespräch mit Abteilungsleiterin Elisabeth Falke und Charlotte Kneffel von Plan International Deutschland e.V.

Plan International ist in über 80 Ländern weltweit tätig, darunter auch in großen humanitären Krisenkontexten wie dem Sudan, Gaza, Afghanistan und der Ukraine, aber auch in sogenannten „vergessenen Krisen“, etwa in Myanmar, Kolumbien oder der Sahel-Region. Plan International arbeitet dabei auch mit UNICEF zusammen.