Appell aus Peru: Mithelfen beim Kampf gegen illegalen Goldabbau und Drogenhandel – und für den Regenwald am Amazonas!

Dante Sejekam und Sonia Pastor aus Peru

 

Als menschenrechtspolitischer Sprecher bin ich als Gesprächspartner bei Menschenrechtsorganisationen jetzt noch stärker gefragt als zuvor.

Hilferuf aus Peru

So haben Vertreter von Misereor am Montag mein Büro mit einer Delegation aus dem Norden Perus – aus dem Bezirk El Cenepa nahe der Grenze zu Ecuador – besucht.

Dante Sejekam, der junge Anführer des Volkes der Awajun und Präsident der Indigenenorganisation ODECOFROC – Organización de Desarrollo de las Comunidades Fronterizas del Cenepa – schilderte eindringlich, dass in dieser Region seit einigen Jahren bisher weitgehend unberührter Amazonas-Urwald und indigene Völker immer stärker von illegalem Goldabbau, Drogenhandel, Zwangsprostitution und anderen Formen organisierter Kriminalität, von HIV, Abholzung und massiven Umweltschäden betroffen sind – und von dem geplanten Gesetz zur Einschränkung der Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen. Dieses sogenannte Ley APSI bedeutet auch einen Angriff auf indigene Umweltorganisationen und Umweltverteidiger wie Dante.

Unterstützung durch die katholische Kirche

Unterstützung erhalten die indigenen Gemeinschaften im Norden Perus leider nicht durch den Staat, sondern hauptsächlich von der katholischen Kichre, wie Sonia Pastor, Leiterin der Pastoral Social in der Diözese Jaen betonte.

Bei ihrem Einsatz für Kinder und Jugendliche, gegen Gewalt an Frauen und die Entwicklung alternativer Erwerbsmöglichkeiten durch den Anbau von Kaffee und Kakao oder die Förderung des Kunsthandwerks arbeitet sie eng u.a. mit der Jesuitenorganisation SAIPE – Servicio Agropecuario para la Investigación y Promoción Económica – zusammen – und mit der Erzdiözese Freiburg, wie Vanessa Schaeffer Manrique, Referentin für Bergbau und Klimagerechtigkeit in der Erzdiözese Freiburg, berichtete.

Auch der heutige Papst Leo XIV, der vor seiner Wahl lange Jahre im Norden Perus als Priester und als Bischof tätig war, hatte sich immer für die Rechte indigener Gemeinschaften stark gemacht.

 

 

Wie kann Deutschland helfen?

Welche Möglichkeiten hat Deutschland, den indigenen Gemeinschaften vor Ort zu helfen, bei ihrem Kampf um ihr kulturelles Erbe und beim Schutz des Regenwaldes – auch im eigenen Interesse, denn am Amazonas geht um nichts weniger als die Rettung das Weltklimas?

Ansatzpunkte, um die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, bieten hier die Sicherheitsabkommen, die Deutschland mit Peru und teilweise anderen südamerikanischen Staaten vereinbart hat.

Die indigenen Gemeinschaften brauchen außerdem mehr Zugang zu Klimaanpassungsmitteln, um eine nachhaltige Entwicklung in ihrer Region umzusetzen – hier werden auch die Haushaltberatungen entscheidend dafür sein, welche Mittel wir künftig für wirksame Entwicklungsprojekte bereitstellen können.

Im Menschenrechtsauschuss werden wir uns erneut mit der Frage der „Shrinking Spaces“ für die Zivilgesellschaft in immer mehr autoritären Staaten und den damit einhergehenden Anti-NGO-Gesetze befassen.

Über das Programm „Parlamentarier schützen Parlamentarier“ können wir zudem akut bedrohten Menschenrechtsverteidigern aus Peru helfen.

Wir werden versuchen, weitere Möglichkeiten zur Hilfe auszuloten und umzusetzen.

Herzlichen Dank für den Besuch!

Nochmals herzlichen Dank für das Gespräch an Dante Sejekam und Sonia Pastor aus Peru, an Vanessa Schaeffer Manrique von der Erzdiözese Freiburg und an Leon Meyer zu Ermgassen und Helena Raspe von Misereor, die das Treffen organisiert haben.

Über den Kuppelbesuch haben sich die Gäste aus Peru sehr gefreut