Gut, dass auch die vereinbarte Debatte zum 35. Jahrestag des Mauerfalls noch stattfand. Der Mauerfall war ein sehr glückliches Ereignis, das sich die Menschen in der damaligen DDR mit ihren friedlichen Protesten hart erkämpft haben, mit dem sie selbst das Tor zur Freiheit aufgestoßen haben, und das für uns alle den Weg zur deutschen Einheit eröffnet hat.
Leider müssen wir heute feststellen, dass der Osten Deutschlands auch 35 Jahre später noch immer anders tickt als der Westen, dass die Folgen der SED-Unterdrückung und der harten Wendezeit und Transformation noch immer für viele nicht ganz überwunden sind, dass viele das Vertrauen in staatliche Institutionen und etablierte Parteien verloren haben.

DDR-Forschung stärken
Um das zu ändern, müssen wir den Blick in die Vergangenheit vertiefen und unsere Wissenslücken über die DDR-Diktatur weiter schließen. Meine für Freitag geplante Rede zu einem entsprechenden Antrag meiner Forschungs-AG wurde jedoch leider auch abgesetzt.
Die DDR-Forschung ist immens wichtig, weil sie neue Erkenntnisse über die Folgen der SED-Diktatur und über das Leben der Bürgerinnen und Bürger unter dem autoritären Regime liefert, die uns heute helfen können, frühzeitig Gefahren für die Demokratie aufzuzeigen und ihnen entgegenzuwirken, und um die leider immer noch vorhandene Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland zu überwinden.
Es gibt noch viele Forschungslücken. Deshalb müssen wir diese Forschung auch nach 2025 ohne Förderabbruch fortsetzen. Das bleibt nun die Aufgabe der nächsten Bundesregierung.
Entschädigung erleichtern und mehr
Da noch immer viele Opfer unter den Folgen von politischer Verfolgung, Zersetzung und Repression durch die DDR-Diktatur leiden, müssen wir auch die Anerkennung und persönliche Situation der Opfer gesetzlich verbessern.
In unserem Antrag zum Mauerfall-Jubiläum fordern wir deshalb die Bundesregierung auf, im Einvernehmen mit den Ländern

Feiernde Menschenmenge nach dem Mauerfall vor dem Brandenburger Tor im November 1989