
Mathias Mogge, Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe, und Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes übergeben uns im Menschenrechtsausschuss den neuen Kompass-Bericht 2026, mit unserer Ausschussvorsitzenden Mechthild Heil und meinem -SPD-Kollegen Ralf Stegner
Die Herausforderungen und Hiobsbotschaften gerade im Bereich humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit reißen angesichts immer knapperer Mittel und zunehmender globaler Krisen nicht ab.
Da ist es gut, dass Terre des Hommes und Welthungerhilfe diese Woche ihren Kompass-Bericht 2026 auch bei uns im Menschenrechtsausschuss vorgestellt haben.
Eine Art zivilgesellschaftlicher Schattenbericht, der die Fragen stellt, ob die aktuellen Reformen der deutschen Entwicklungspolitik und der humanitären Hilfe den globalen Herausforderungen gerecht werden, ob sie ausreichend zu einer nachhaltigen, sozial und menschenrechtlich tragfähigen globalen Entwicklung und zum Frieden beitragen – wovon wir letztlich alle profitieren würden – und was die Politik besser machen sollte.
Der Kompass 2026 nimmt insbesondere zur wirtschaftlichen Dynamik und zur politischen Gestaltungsmacht junger Menschen im Globalen Süden Stellung, und zur wachsenden Fragilität globaler Ernährungssysteme, denn immer mehr Menschen hungern und sind mangelernährt.
Herzlichen Dank für den guten Austausch an
Wichtiger Beitrag von Bah Traoré Legrand
Bah Traoré Legrand hat nicht nur einen Beitrag zu den wachsenden Jugendprotestbewegungen in Westafrika zum Bericht beigesteuert, sondern ist auch Experte für sicherheitsrelevante Entwicklungen, insbesondere Desinformation, Informationsmanipulationen und ausländische Einmischungen, die auch in Westafrika immer weiter zunehmen.

Mit Bah Traoré Legrand aus Westafrika
Dazu werde ich weitermit ihm im Austausch bleiben. Der Schutz digitaler Räume und der Schutz vor Desinformation und transnationaler Repression ist auch für uns in Deutschland essentiell.
Das Netzwerk WAHTI, für das er arbeitet, versteht sich übrigens als Ideenlabor, das offen ist für Beiträge aus einem breiten Netzwerk von Bürgerinnen und Bürgern, denen der gegenwärtige und zukünftige Zustand Westafrikas am Herzen liegt.
Deutsches Rotes Kreuz leistet unverzichtbare Arbeit!
Für mich immer ein wichtiger Termin: Das traditionelle Rotkreuz-Frühstück im Bundestag, denn das DRK ist eine der wichtigsten und anerkanntesten NGOs in Deutschland, in meinem Wahlkreis und auch international.
Im Zentrum der Gespräche mit dem neuen DRK-Vorsitzenden Hermann Gröhe und dem BdV-Präsident Stephan Mayer standen auch hier die aktuellen Herausforderungen durch die sich vielfach überlagernden humanitären Krisen, zudem der Bevölkerungsschutz, der Fachkräftemangel, die Lage der Pflege in Deutschland, die Arbeit des DRK für Menschen, die aus ihren Heimatländern fliehen müssen und der DRK-Suchdienst, der bis heute dazu beiträgt, Familien zusammenzuführen und Gewissheit über das Schicksal von Angehörigen zu erlangen, die in Kriegen und Krisen voneinander getrennt wurden.
Foto: Hermann Gröhe, seit Ende 2025 DRK-Präsident und Nachfolger von Gerda Hasselfeldt, bei seiner Ansprache
Abwanderung jüdischer Menschen aus Deutschland verhindern: Austausch mit der Jüdischen Studierenden-Union
Ein sehr schwieriges Thema kam bei meinem Gespräch mit Ron Dekel zur Sprache, dem Vorsitzenden der Jüdischen Studierenden-Union.
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nazi-Terrors fühlen sich Mitbürgerinnen und Mitbürger jüdischen Glaubens immer unsicherer in Deutschland. Der Antisemitismus nimmt immer mehr zu, heute verstärkt verkleidet als Israelkritik. Auch Ron Dekel wurde schon mehrfach angegriffen.
Gerade junge Menschen, Studierende, angehende Fachkräfte planen immer öfter, unser Land zu verlassen. Denn sie werden zunehmend hier angegriffen, diskriminiert, beschimpft, sogar an Hochschulen, an akademischen Orten, die zum Teil dabei versagen, den Schutz jüdischer Studierender und einen freien Austausch verschiedener Meinungen sicherzustellen.
Besonders perfide ist auch der sogenannte Akademische Antisemitismus unter dem Deckmantel vermeintlich wissenschaftlicher Theorien und Diskurse: Dazu gibt es eine neue Übersicht in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Die Probleme haben sich nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel und dem anschließenden Gaza-Krieg weiter verstärkt.
Schon in der letzten Wahlperiode hatte meine Fraktion im Bundestag deshalb gemeinsam mit der Ampel einen Antrag verabschiedet mit dem Titel: „Antisemitismus und Israelfeindlichkeit an Schulen und Hochschulen entschlossen entgegentreten sowie den freien Diskursraum sichern“.
Leider wurden die Empfehlungen daraus vielfach noch gar nicht umgesetzt, darunter die Stärkung der Antisemitismusforschung und die Prävention an Schulen und Hochschulen. Das müssen wir ändern.
Herzlichen Dank an für die Anregungen und den guten Austausch an Ron Dekel!

Mit Ron Dekel, JSUD-Vorsitzender