Gespräche zur katastrophalen Lage in Gaza und zu Vertreibungen im Westjordanland mit „Save the Children“ und „Rabbis for Human Rights“!

Neue Ansätze brauchen wir auch, wenn es darum geht, den Menschen in Gaza endlich wirksam zu helfen. Die humanitäre Lage dort ist trotz des sogenannten Waffenstillstands besonders für Kinder weiter katastrophal, wie uns eine Ärztedelegation aus Gaza am Dienstag aus erster Hand geschildert hat.

Zungang von humanitärer Hilfe weiter stark eingeschränkt

Fast alle Häuser, Krankenhäuser und Schulen sind zerstört oder stark beschädigt. Jeden Tag finden weiter Angriffe statt. Der Zugang von notwendiger humanitärer Hilfe ist jedoch weiter massiv erschwert. Selbst einfache Verletzungen können oft nicht behandelt werden. Infektionskrankheiten breiten sich aus. Medizinische Evakuierungen finden kaum statt. Es gibt viel zu wenige hochwertige Lebensmittel für die mangelernährten Kinder. Und selbst Medikamente oder einfache medizinische Hilfsmitteln wie Katheter für Kleinkinder werden oft an der Grenze zurückgewiesen.

Drohende Deregistrierung internationaler NGOs fatal

Meine große Sorge ist, dass es weitere Rückschritte geben wird durch die drohende oder bereits erfolgte Deregistrierung von zahlreichen renommierten internationalen Hilfsorganisationen, kurz INGOs wie Save the Children, Ärzte ohne Grenzen oder CARE, die bei der Versorgung der notleidenden Bevölkerung von Gaza unersetzlich sind:

Unersetzliche Leistungen der INGOs

Die internationalen NGOs

  • betreiben oder unterstützen etwa 60% der Feldlazarette im Gazastreifen,
  • liefern über die Hälfte aller Nahrungsmittelhilfen,
  • führen fast drei Viertel aller Aktivitäten im Bereich Unterkünfte und Non-Food-Artikel durch,
  • liefern 42% aller WASH-Dienstleistungen, einschließlich Prävention und Bekämpfung von akut wässrigem Durchfall,
  • unterstützen alle fünf Stabilisierungszentren für Kinder mit schwerer akuter Unterernährung, das sind 100% der Behandlungskapazitäten,
  • stellen über die Hälfte aller Mittel für die Beseitigung von Sprengstoffgefahren bereit,
  • betreiben oder unterstützen rund 30% der Notfallbildungsmaßnahmen.

Nicht auszudenken, was mit den Menschen und besonders den Kindern in Gaza passiert, wenn diese Leistungen eingestellt werden müssen.

Wir müssen deshalb alles daran setzen, dass die Menschen die humanitäre Hilfe erhalten, die sie brauchen, besonders in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Unterbringung.

Thema auch im Menschenrechtsauschuss

Auch im Menschenrechtsausschuss haben wir intensiv mit Vertretern des Auswärtigen Amtes darüber diskutiert, was Deutschland und die internationale Gemeinschaft tun können, um das Schlimmste zu verhindern.

Herzlichen Dank!

Herzlichen Dank an die Ärzte für ihren Bericht und ihren Einsatz – und an die Mitarbeiter von Save the Children, die diesen Austausch ermöglicht haben.

„Rabbis for Human Rights“: Versöhnungskräfte in Israel und Palästina unterstützen!

Gleichzeitig müssen wir bei der Lösung des Palästina-Konflikts insgesamt mehr auf gemeinsame Projekte von Israelis und Palästinensern zur Versöhnung setzen, wie sie zum Beispiel von Rabbi Anton Goodman und seiner Organisation „Rabbis for Human Rights“ unterstützt werden, mit dem ich am Donnerstag gesprochen habe.

So fördert die Organisation z.B. Bildungsprojekte, engagiert sich im interreligiösen Dialog, unterstützt die Palästinenser bei der Durchsetzung ihrer Rechte oder hilft bei der Olivenernte im Westjordanland, damit palästinische Bauern nicht von aggressiven israelischen Siedlern angegriffen werden – leider nicht immer erfolgreich.

Eine beeindruckende Initiativ getragen vom festen Glauben an Gott und an die Gerechtigkeit, die tief in der jüdischen Tradition verwurzelt ist, von einer breiten Unterstützung in der israelischen Bevölkerung und von der Zuversicht, dass die Zeiten sich wieder zum Besseren wenden werden!

Hoffnung macht, dass die Rabbis gemeinsam mit anderen Friedensaktivisten auch schon Erfolge beim Obersten Gerichtshof in Israel im Hinblick auf die Verteidigung von Landrechten von Palästinensern im Westjordanland erreicht haben.

Herzlichen Dank für die Informationen und viel Erfolg für die weitere Versöhnungsarbeit!

Gemeinsam mit Rabbi Anton Goodman von Organisation „Rabbis for Human Rights“