Wie wichtig es ist, dass wir der neuen Welt-UN-Ordnung Paroli bieten und attraktive verlässliche Partner in allen Bereichen bleiben, haben auch meine Gespräche mit Vertretern des International Rescue Committee und des Christlichen Vereins Junger Menschen CVJM – global YMCA – diese Woche gezeigt.
Wichtiges Frühwarnsystem des International Rescue Committee: Die Emergency Watchlist 2026
Interessanter Austausch in unserer Menschenrechts-AG mit Nicole Taute, Leiterin der Programmentwicklung Ostafrika und Helena Lüer, Senior Advocacy Adviser, vom International Rescue Commitee IRC zur Emergency Watchlist 2026:
Ganz vorne im Krisenranking: Sudan, Gaza, Südsudan
Die Watchlist ist ein Frühwarnsystem und ein Planungsinstrument der besonderen Art. Sie stellt jedes Jahr eine Rangliste der 20 Länder auf, in denen sich humanitäre Krisen im nächsten Jahr am stärksten verschlechtern werden – und wo und wie man deshalb zuerst helfen muss, um das Schlimmste zu verhindern. Auf Platz 1 steht auch in diesem Jahr wieder der Sudan, auf Platz 2 Gaza, Platz 3 Südsudan.

Nicole Taute, Leiterin der Programmentwicklung Ostafrika (links) und Helena Lüer, Senior Advocacy Adviser stellen uns die Entwicklungen in Ländern der Emergency Watchlist 2026 vor
Neue globale „Welt-UN-Ordnung fatal
Das Fatale laut IRC-Analyse: Die Krisen und bewaffneten Konflikte dauern immer länger, und immer mehr Akteure sind involviert, was die Lösung erschwert.
Die neue globale Welt-UN-Ordnung kommt hinzu: Die geopolitischen Rivalitäten wachsen. Kurzfristige und flexible Macht- und Zweckbündnisse und Deals treten an die Stelle verlässlicher internationaler Strukturen und langfristiger, regelbasierter Zusammenarbeit. Immer öfter übernehmen in den Krisenländern oder einzelnen Regionen auch sogenannte De-facto-Autoritäten die Macht, die international nicht anerkannt wird, wie im Sudan, in Afghanistan oder Myanmar.
Für Krisenregionen bedeutet das: Weniger Schutz, mehr Unsicherheit und noch mehr unvorstellbares Leid, vor allem für Frauen und Kinder. Der humanitäre Bedarf wächst – gleichzeitig werden die internationalen Hilfen gekürzt.
Was tun?
Was können wir als Politiker tun? Die Emergency Watchlist 2026 empfiehlt der Politik vor allem: Mehr humanitäre Diplomatie und Friedensinitiativen – Einsatz der knappen Haushaltsmittel zuerst in den Ländern, wo die Not am größten ist – mehr vorausschauende Hilfe für die Klimaanpassung in Dürre- und Überschwemmungsregionen.
Wir arbeiten daran! Herzlichen Dank an Nicole Taute und Helena Lüer für die Informationen!

Gemeinsam mit Helena Lüer und Nicole Taute vom IRC und aus unserer AG Menschenrechte Dr. Jonas Geißler und Mechthild Heil/Ausschuss-Vorsitzende (vlnr)
Unverzichtbar: Das weltweite Engagement für die Kinder- und Jugendarbeit des CVJM/YMCA:
Auch die Arbeit des weltweit in 120 Ländern tätigen Christlichen Vereins Junger Menschen CVJM – international als YMCA – wird durch die neue globale Welt-UN-Ordnung zunehmend beeinflusst.

Brücken schlagen – Hoffnung geben
Wie mir Carsten Korinth, CVJM-Referent für Jugendpolitik und Grundsatzfragen und CVJM-Vertreter in Berlin, bei unserem Treffen in meinem Büro berichtet hat, muss der Verein in autoritären Ländern – wie Russland – vorsichtig agieren, will dort aber weiter Brücken schlagen. In Belarus ist die Arbeit ausgesetzt.
In den östlichen europäischen Ländern wie Armenien und Georgien setzt der YMCA mit einem Stipendienprogramm ein Hoffnungszeichen für den Frieden in Europa. In der Ukraine und den Nachbarländern organisieren CVJM/YMCA-Vereine Hilfsprojekte für die vom Krieg Betroffenen.

Weltweiter Einsatz des CVJM/YMCA in 120 Ländern
Auch in Nahost, in Palästina, Jordanien und Jerusalem ist der YMCA aktiv. Carsten Korinth hat mir angeboten, mir für meine Arbeit im Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe Informationen aus erster Hand über die Herausforderungen der humanitären Hilfe in dieser Konfliktregion zur Verfügung zu stellen. Herzlichen Dank dafür!
Vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit weltweit
Weltweit kümmert sich die größte christliche Jugendbewegung der Welt – die insgesamt 65 Millionen Menschen erreicht – auf der Grundlage christlicher Werte besonders um die Hilfe für Kinder und Jugendliche, fördert ihre Kompetenzen, ihre Persönlichkeitsbildung und ihr Verständnis für eine offene, vielfältige, gerechte, demokratische Gesellschaft.
Und zwar in einem ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Seele und Geist umfasst. Dafür steht das CVJM-Dreieck.

Foto: Screenshot aus CVJM auf einen Blick
Angebote für eine Million Menschen in Deutschland
In Deutschland erreicht der CVJM mit seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen.
Schwerpunkt ist die örtliche Jugendarbeit an 1.600 Standorten, u.a. in Hofheim und Frankfurt. Der CVJM Gesamtverband Deutschland sitzt in Kassel. In Kassel betreibt der CVJM sogar eine Hochschule, die 2026 mit der Evangelischen Hochschule Darmstadt zur Evangelischen Hochschule Hessen zusammengelegt wird.
Herzlichen Dank an Carsten Korinth für seinen Besuch! Wir bleiben in Kontakt!