Anregende Gespräche zur Frage: Welche Rolle spielt Religion in Politik und Gesellschaft?

Weltweit spielt Religion für die Menschen in den meisten Ländern eine wichtige Rolle. In Deutschland beobachten wir zu meinem Bedauern die gegenteilige Entwicklung, denn immer mehr Menschen wenden der Kirche den Rücken zu.

Welche Folgen hat das, und welche Konsequenzen müssen wir in der Politik gerade als christdemokratische Union daraus ziehen?

Zu diesen Fragen habe ich mich als religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion diese Woche mit verschiedenen Gesprächspartnern ausgetauscht.

Konrad-Adenauer-Stiftung: Wofür steht das C in der Politik?

Im Gespräch mit Dorothea Kirmeß, Referentin für Kirchen und Religionsgemeinschaften der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. und Dr. René Ottinger, Ansprechpartner der KAS für Grundsatzfragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und Religion, ging es speziell darum, wofür das „C“ in der Politik der Union steht, und wie wir es mit Inhalt füllen können – ein Thema mit dem sich die KAS regelmäßig beschäftigt.

Nächste Woche werde ich deshalb gerne auch an am KAS-Panel zur Frage „Wieviel Religion verträgt der säkulare Staat?“ im Rahmen der Veranstaltung „Friede und Streit – Verständigung in der Demokratie“ teilnehmen.

Ich bin überzeugt, dass gerade in unsicheren Zeiten Religion den Menschen Sicherheit und Orientierung bieten kann. Ein enger Austausch zwischen Politik und Kirchen und eine christlich geprägte Politik kann dabei unterstützen.

 

KAS-Logo, Foto: Screenshot von der KAS-Homepage

 

Humanistische Vereinigung: Grundwerte des Humanismus statt Religion?

Eine andere Zielrichtung verfolgen die Vertreter der Humanistischen Vereinigung, eine 1848 gegründete Wertegemeinschaft, die zu einem Kennenlerngespräch bei mir im Büro waren. Die Humanistische Vereinigung tritt in Deutschland und weltweit für Menschen ein, die ihr Leben frei von religiösen Bezügen leben und gestalten möchten. Sie orientiert sich an den Grundwerten des Humanismus: Freiheit, Bildung und Mitmenschlichkeit.

Mit Michael Bauer von der Humanistischen Vereinigung

 

Rabbiner Dr. Andreas Nachama und das „House of One“: Einsatz für den Dialog der Religionen!

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich diese Woche Rabbiner Dr. Andreas Nachama kennengelernt habe. Er verkörpert das liberale Judentum und setzt sich seit vielen Jahren intensiv für die Ausbildung liberaler Rabbiner und Vorbeter u.a. im Andreas-Geiger-Kolleg – die erste akademische Rabbiner-Ausbildungsstätte in Deutschland nach der Schoah -, für den interreligiösen Dialog und als Mitglied des Stiftungsrats für den Aufbau des „House of One“ in Berlin ein.

Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Foto: Screenshot von der Homepage

Das „House of One“ ist weltweit beispielhaft: Juden, Christen und Muslime planen gemeinsam ein Haus mit einer Synagoge, einer Kirche und einer Moschee. Ein Haus, um gemeinsam zu beten und für den Dialog der Religionen, und auch ein Haus für Menschen, die sich keiner Religionen zugehörig fühlen.

Das Gebäude für das „House of One“ steht zwar noch nicht, aber dennoch ist es schon ein Haus voller Leben, mit Veranstaltungen, Gebeten und zahlreichen Bildungsprojekten und Workshops, besonders in Schulen. Viel Erfolg für die weitere Arbeit!

Evangelische Akademie Frankfurt: Mein Grußwort zur Veranstaltung „Geld, Glaube, Gesellschaft – was kostet die Welt?!“

Über Geld zu sprechen heißt auch, über Werte zu sprechen. Bei der Fachtagung der Evangelischen Akademie Frankfurt und der Muslimischen Akademie Heidelberg am 28./29. November unter dem Titel „Geld, Glaube, Gesellschaft – was kostet die Welt?! „ – ging es deshalb um Fragen wie:

Was bedeutet faires und verantwortungsvolles Wirtschaften überhaupt? Wie können besonders junge Menschen und Randgruppen lernen, Geld „ethisch“ zu denken und verantwortungsvoll damit umzugehen? Welchen Einfluss hat ökonomisches Wissen auf die politischen Entscheidungen junger Leute? Welchen Beitrag können und sollten religiöse Grundsätze und Institutionen zu einer nachhaltigen Finanzwirtschaft, ökonomischer Bildung und finanzieller Selbstbestimmung beitragen?

Ausschnitt aus meinem Video-Grußwort

Dazu habe ich den Tagungsgästen meine Gedanken in diesem Videogrußwort mitgeteilt (Ablauf: 30.12.2025).