
Bei meiner Begrüßungsrede auf unserem NGO-Empfang 2025, mit DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt (links), meinen AG-Kollegen Dr. Jonas Geißler (2.v.l.) und Knut Abraham (rechts), Dr. Stefinger/Vorsitzender Entwicklungsausschuss, Mechthild Heil/Vorsitzende Menschenrechtsausschuss (Mitte); Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion/Michael Wittig
Auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht und mit über 100 Gästen eine sehr gute Möglichkeit, sich zu vernetzen: Der traditionelle NGO-Empfang unserer Fraktion auf Initiative der Arbeitsgruppen Menschenrechte und Humanitäre Hilfe sowie Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – dieses Mal unter dem Motto: „Zeit der Umbrüche – Zeit für Reformen“.
Große Bandbreite der NGOs vertreten
Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter großer oder bekannter Organisationen wie DRK, UNICEF, Terre des Hommes, Misereor oder Help e.V., aber auch vieler kleinerer und weniger bekannter NGOs wie „Das Hungerprojekt e.V.“, KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel, Vision Hope International, Bundesverband der Aramäer in Deutschland, Zentralrat der Jesiden oder IGFM – Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Frankfurt.
Herzlichen Dank für den engagierten Einsatz
Mit unserem Empfang wollen wir herzlich Danke sagen für den engagierten und vielfach hochgefährlichen Einsatz der NGOs für die Ärmsten der Armen in den Krisenregionen der Welt – z.B. auch in Syrien, das ich kürzlich gemeinsam mit Außenminister Wadephul besucht hatte, ein Land zwischen Hoffnung und nach wie vor großer Unsicherheit. Neben der humanitären Grundversorgung helfen die NGOs auch beim Wiederaufbau des in großen Teilen zerstörten Landes mit, darunter auch das DRK.
Die NGOs liefern uns durch ihre Netzwerke, ihre Expertise und mit ihren Informationen über die Lage vor Ort eine unverzichtbare Grundlage für unsere politischen Entscheidungen und für eine sachliche Diskussion über die Herausforderungen, vor denen wir bei der humanitären Hilfe und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, aber auch zum Beispiel bei Migrationsfragen stehen.
Herzlichen Dank für den guten Austausch! Und herzlichen Dank auch für die Unterstützung beim Einsatz für eine bedarfsgerechte Mittelausstattung der Bundesetats für humanitäre Hilfe und für Entwicklungszusammenarbeit – leider ohne Erfolg, wie sich nach der Bereinigungssitzung am Donnerstag herausgestellt hat.
Wichtige Verbündete
NGOs sind außerdem wichtige Verbündete beim Schutz von Freiheit und Demokratie, beim Kampf gegen Desinformation – den wir vormittags auch in der Anhörung des Menschenrechtsausschusses thematisiert haben –, gegen autokratische Bestrebungen, den Schutz der individuellen Menschenrechte weltweit immer weiter auszuhöhlen, und bei der „Kooperation der Hoffnungsvollen“, für die Bischof Bätzing auf dem St.-Michael-Empfang am Tag zuvor geworben hat.

Bei meiner Begrüßungsrede auf unserem NGO-Empfang 2025, Foto: CDU/CSU-Fraktion/Michael Wittig
Humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe noch stärker mit der Wirtschafts-, Außen- und Verteidigungspolitik zusammendenken
Mein Kollege Nicolas Zippelius, Vorsitzender der AG Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ergänzte in seinem Grußwort, wie wichtig es ist, dass Deutschland trotz knapper Kassen international ein verlässlicher Partner bleiben muss, und dass neben der Humanitären Hilfe gerade die Entwicklungszusammenarbeit ein wichtiger Anker auch für unsere Sicherheit und zur Bekämpfung von Fluchtursachen ist. Deshalb müssen wir Humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe noch stärker mit der Wirtschafts-, Außen- und Verteidigungspolitik zusammendenken.

Grußwort von Nicolas Zippelius/Vors. AG Entwicklungszusammenarbeit, Foto: Büro Altenkamp MdB
Impulsrede von DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt: Humanitäre Hilfe ist kein Luxus – Menschlichkeit als Richtschnur auch bei Reformen!
Ein besonders herzlicher Dank geht an Gerda Hasselfeldt, die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes. Das DRK wurde übrigens bereits 1863 gegründet und ist damit eine der ältesten NGOs der Welt.

Impulsrede von DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion/Michael Wittig
Das DRK setzt sich nicht nur für Menschen in Not, sondern auch dafür ein, die Regeln des humanitären Völkerrechts zu verbreiten und deren Einhaltung von Konflikt- oder Kriegsparteien in der Praxis einzufordern, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Auch im Krieg gibt es Regeln! Die Durchsetzung und Weiterentwicklung des humanitären Völkerrechts, ist allerdings Aufgabe der Politik – ein klarer Appell in Zeiten zunehmender Konflikte und Kriege, in denen die Regeln des Schutzes für Zivilisten und Gefangene immer öfter missachtet werden.
Gerda Hasselfeldt wies in ihrer Impulsrede außerdem besonders auf die immensen Probleme durch die weltweite Kürzung der Mittel für humanitäre Hilfe hin – auch durch Deutschland, obwohl der Koalitionsvertrag etwas anderes versprochen hat, und obwohl immer mehr Menschen auf diese Hilfe angewiesen sind.
Humanitäre Hilfe ist kein Luxus, sondern eine unbedingte Notwendigkeit zum Überleben für Millionen von Menschen. Aktuell sind es über 300 Mio. Menschen, denen das Nötigste fehlt: Nahrung, Unterkunft, sauberes Wasser, sanitäre Versorgung. Durch die Mittelkürzungen können künftig aber nur noch 114 Mio. Menschen versorgt werden.
Die bereits angelaufenen Reformen des internationalen humanitären Hilfssystems – Stichwort “Humantarian Reset“ – sind dringend notwendig. Aber auch wenn die Effizienz der humanitären UN-Organisationen wie UNICEF, UNHCR oder WFP verbessert wird, auch wenn die lokalen Organisationen wie geplant stärker in die Hilfe eingebunden werden: Das kann keine Begründung für weitere Mittelkürzungen sein.
Denn dieser Umbau braucht Zeit, braucht Unterstützung und Anleitung lokaler NGOs, damit sie ihre neuen Aufgaben erfüllen können. Auch der Bedarf wächst weiter angesichts von aktuell rund 130 zumeist „vergessenen“ bewaffneten Konflikten weltweit – die vielfach keine mediale Aufmerksamkeit erhalten -, und angesichts zusätzlicher Belastungen durch Umweltkatastrophen, Erdbeben und zunehmenden Dürreperioden und Überschwemmungen infolge des Klimawandels.
Bei allen notwendigen Reformen: Menschlichkeit muss unsere Richtschnur bleiben!

Im Gespräch mit Vertretern der NGO Vision Hope International e.V., DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt und Valerio Krüger von der IGFM in Frankfurt (vlnr), Foto: links und Mitte: CDU/CSU-Bundestagsfraktion/Michael Wittig, rechts: Büro Altenkamp MdB

„Full House“ bei unserem NGO-Empfang im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Deutschen Bundestages, Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion/Michael Wittig