Menschenunwürdige Zustände in der Prostitution bekämpfen mit dem Nordischen Modell: Prostituierten helfen, Sexkauf bestrafen!

Am 4. November vor 75 Jahren wurde die Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet. Sie sichert inzwischen gemeinsam mit dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof die Rechte von über 700 Millionen Menschen in 46 Mitgliedstaaten des Europarates.

Wie wachsam wir auch heute sein müssen, haben erneut die Expertengespräche in meiner Menschenrechts-AG am Dienstag gezeigt.

Amnesty International: Desinformation besser bekämpfen

Generalsekretärin Dr. Julia Duchrow und ihr Stellvertreter Christian Mihr, unsere beiden Gesprächspartner von Amnesty international haben insbesondere auf die negativen Auswirkungen der auch bei uns immer stärker zunehmenden Desinformationskampagnen hingewiesen. Diese werden oft von autokratischen Staaten aus dem Ausland gesteuert, sehr ssytematisch besonders aus Russland und China, um unsere freiheitliche Gesellschaft zu verunsichern und zu destabilisieren. Aber sie werden auch als strategischer Bestandteil transnationaler Repressionen genutzt, um Regimekritiker einzuschüchtern und zu diffamieren, die in Deutschland Schutz suchen.

Gegenmaßnamen im Rahmen des Digital Service Act der EU oder der neuen UN-Cyber Crime Konvention sind bisher wenig wirksam und sollten nachgeschärft werden.

Bei der Bekämpfung von Desinformationen sind Staat und Plattformen gleichermaßen gefordert.

Generalsekretärin Dr. Julia Duchrow und ihr Stellvertreter Christian Mihr von Amnesty International

Prostitution ist Gewalt – Nordisches Modell gegen Prostitution in Deutschland einführen

In der Diskussion mit Kerstin Neuhaus vom Bundesverband Nordisches Modell und Héma Sibi, Direktorin von CAP International/Koalition zur Abschaffung der Prostitution und Sprecherin von Mouvement du Nid, ging es um die menschenunwürdigen, menschenrechtsverletzenden und oft hochgradig kriminellen Zustände in der Prostitution, die wir dringend beenden müssen.

Länder wie Schweden und Frankreich machen vor, wie es geht: Sie haben schon vor Jahren das Nordische Modell eingeführt, das Prostituierten beim Ausstieg hilft, aber den Sexkauf und andere Profiteure wie Zuhälter bestraft, über die Folgen der Prostitution aufklärt und präventiv arbeitet. Die beiden Expertinnen berichteten über die positiven Erfahrungen der beiden Länder mit diesem Modell.

Als Unionsfraktion setzen wir uns für ein Sexkaufverbot nach dem Nordischen Modell ein. Das aktuelle Prostituiertenschutzgesetz hat seine Ziele verfehlt. Die Evaluation zeichnet ein verzerrtes Bild, wie der Bundesverband Nordisches Modell analysiert hat.

Kerstin Neuhaus, Bundesverband Nordisches Modell (rechts), und Héma Sibi, CAP International und Mouvement du Nid

Prostitution ist Gewalt. 90 Prozent der Frauen sind nicht freiwillig in der Prostitution.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass Deutschland seinen zweifelhaften Ruf als Bordell Europas endlich abschüttelt.