Schirmherr der Regenwald-Konferenz in Berlin: Was können wir von indigenen Völkern für den Schutz unseres Klimas lernen?

Die Klimakrise führt dazu, dass viele Regionen der Welt keine Lebensgrundlage mehr bieten können, dass die Ungleichheiten weltweit zunehmen, dass die Lage in vielen Ländern weiter destabilisiert wird, dass die Fluchtursachen zunehmen. Forciert wird die Klimakrise besonders durch die schnell fortschreitende Abholzung der Regenwälder in Südamerika, dem Kongo-Becken und Südostasien.

Die negativen Folgen betreffen heute im Wesentlichen die indigenen Völker, die in diesen Wäldern leben – aber schon morgen auch uns in Deutschland und Europa.

Digitales Grußwort als Schirmherr der Regenwaldkonferenz mit indigenen Völkern

Wir sitzen alle im selben Boot und müssen daher gemeinsam alles zu tun, um die Regenwälder zu retten. Ich habe deshalb sehr gerne die Schirmherrschaft für die Regenwaldkonferenz mit indigenen Völkern aus drei Kontinenten übernommen, die das Westpapua-Netzwerk, Misereor, und das Netzwerk Asia Indigenous People Pact vom 20. bis 22. Oktober in Berlin ausrichten, und ein digitales Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschickt.

Indigene Hüter des Regenwaldes

Studien belegen eindeutig: Indigene Völker in Brasilien, in Kolumbien, im Kongobecken oder in Indonesien und Thailand sind die besten Schützer und Hüter des Regenwaldes – und damit auch Schützer des Kimas weltweit.

Von indigenen Völkern lernen!

Sie alle sind trotz unterschiedlicher Herkunft verbunden durch ihre gemeinsame Sprache, die Sprache ihrer Mutter Erde. Sie sind verbunden durch ihr traditionelles Wissen, die Ehrung ihres kulturellen Erbes, die tiefe und spirituelle Verbindung mit ihrem Land, den Respekt und die behutsame Nutzung der Natur – und durch den Kampf um ihren Lebensraum, um ihre Rechte, um ihre Autonomie, um ihre Spiritualität, bei dem sie gegen alle Widerstände oft auch ihr Leben aufs Spiel setzen.

Sie alle vereint ein tiefes Wissen um die Abhängigkeit des Menschen von der Natur und um die Verpflichtung und Verantwortung gegenüber künftigen Generationen – ein Wissen, das wir in den westlichen Gesellschaften leider zum großen Teil verloren haben, eine Verantwortung, die wir zum großen Teil ignorieren.

Ich habe größten Respekt vor dem Engagement der indigenen Völker und danke ihnen herzlich dafür, dass sie mutig ihre Stimme erheben.

Auch wir in Deutschland sind in der Pflicht, sie bei ihrem Kampf um den Schutz ihres Lebensraums und unseres Klimas zu unterstützen. Wir sollten von ihnen lernen, von ihrem Umgang mit der Natur lernen, der auf der uralten Weisheit, der Widerstandsfähigkeit und der Innovationskraft ihrer Vorfahren gründet. Wir sollten bereit sein, indigene Konzepte künftig strategisch für eine globale nachhaltige Entwicklung zu nutzen, bei der Mensch und Natur im Mittelpunkt stehen.

Denn wer, wenn nicht sie, sind Visionäre der Nachhaltigkeit!

Ich wünsche den indigenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg für die Konferenz und den Mut und die Kraft, weiter für ihre Rechte und für den Regenwald zu kämpfen!